Das Horoskop von Israel


Macht und Vertreibung im Drama-Dreieck


Wenn es um den Moment der Gründung von Israel geht, sind sich die Experten nicht ganz einig. Die einen nehmen den Beginn der offiziellen Verlesung der Unabhängigkeitserklärung, die anderen hingegen favorisieren deren Abschluss als "Geburt von Israel".

 

Beide Horoskope haben jedoch ihre Berechtigung. Das erste zeigt dabei mehr die Ausgangssituation und den zeremoniellen Charakter sowie passend dazu soziale Arrangements. Das zweite indes steht nun für das, was schließlich herausgekommen ist - und repräsentiert hier sehr alte Themen von Macht und Ohnmacht.
Beginnen wir mit dem ersten Horoskop, dem offiziellen Start der Veranstaltung am 14.5.1948 um 16.00 Uhr in Tel Aviv - wobei davon auszugehen ist, dass das wirkliche Verlesen des Textes nicht gleich direkt um 16.00 Uhr begonnen haben dürfte, sondern vielleicht drei Minuten später, was dann auch von den rhythmischen Auslösungen sinnvoller passt:

 


Israel, Verlesung der Unabhängigkeitserklärung am 14.5.1948 um 16.03, Tel Aviv
Israel, Verlesung der Unabhängigkeitserklärung am 14.5.1948 um 16.03, Tel Aviv

Hier sehen wir zunächst den Aszendenten in der Waage, was zeigt, dass es im Anliegen um Ausgleich und Gerechtigkeit geht für das jüdische Volk. Die soll nun in der Realität die Richtung vorgeben. Venus, die zur Waage gehört, befindet sich dabei im Zeichen Krebs, wo das Zuhause eine große Rolle spielt. Im 9. Feld ist dies aber nicht nur territorial gebunden, sondern besteht auch durch familiäre Verbindungen auf der ganzen Welt, denn schließlich ist das 9. Feld zuständig für Reisen und Beziehungen zum Ausland und außerdem für Bildung und überregionalen Handel. Letzterer wird hier zusätzlich verstärkt durch die Zwillinge im 9. Feld. Dass es um das Volk geht, wird außerdem daran deutlich, dass sich der Scheitelpunkt im Horoskop, das Ziel des Ganzen, im Krebs befindet.

 

Wie das Zeichen Krebs wird das Volk im Horoskop dann noch repräsentiert durch die Stellung des Mondes. Die territoriale Heimat finden wir hingegen im 4. Feld. Sowohl der Mond als auch Saturn, der hier mit dem Steinbock das 4. Feld beherrscht, stehen zusammen mit Pluto im Löwen. Wir sehen daher ein mächtiges Volk, das aber mit der Konjunktion von Mond und Pluto tief sitzende emotionale Themen mit sich trägt. Hier zeigt diese Konstellation oft, dass man sich zu sehr bindet an altes Leid. Dieses Leid basiert natürlich auch darauf, dass es für das israelische Volk über viele Generationen kein eigenes Territorium gegeben hat. Hier ist dann noch das 2. Feld im Horoskop zu beachten, das in diesem Fall im Skorpion steht, im Regierungsbereich von Pluto, der wiederum für alte Themen zuständig ist, die bereits von Generation zu Generation weitergegeben worden sind. Mit Chiron an der Spitze des 2. Feldes können wir außerdem erkennen, dass das geopferte Territorium ein uralter wunder Punkt ist. Verstärkt wird dies durch die Stellung von Saturn, der als Herrscher über die Heimat im Löwen im Exil steht, wobei sich das israelische Volk ja lange genug im Exil befunden hat und hier ja heftige Opfer bringen musste. Mit der Waage am Aszendenten soll aber nun endlich für Gerechtigkeit gesorgt werden. Dennoch zeigt sich die Situation insgesamt verstrickt. Alte Verletzungen sitzen tief und können auch dafür sorgen, dass nun umso mehr Macht demonstriert werden muss, wobei das Opfer zum Täter wird oder die rettende Idee zum Opfer: Themen aus dem Drama-Dreieck, dass wir insbesondere bei Konstellationen von Mond und Pluto finden, und das belebt wird durch das Zeichen Löwe oder die Sonne. Passend dazu gesellt sich neben dominanten Löwe-Konstellationen in diesem Horoskop auch noch die Sonne in das Stelldichein der Planeten, indem sie einen Spiegelpunkt bildet zum Mond im Löwen, was die Tendenz zum Drama bis hin zur Tragödie potenziert. Dabei geht es mit Themen des 2. Feldes, der Sonne im Stier und Saturn im Exil hier immer und immer wieder um den eigenen Grund und Boden und sehr alte Wunden in diesem Bereich.



Fortsetzung folgt ...