Das neue Zeitalter


Nicht Wassermann, sondern Steinbock



Wassermannzeitalter: Was ist das eigentlich?

 

Die Annahme, dass es ein Wassermann-Zeitalter geben soll, beruht auf der Tatsache, dass der Frühlingspunkt ganz langsam durch die Sternbilder wandert, und zwar rückwärts. Dabei spielt der Frühlingspunkt in der Astrologie eine wichtige Rolle, gilt er doch als Startpunkt im Tierkreis und steht für alles, was sich neu durchsetzt. Vor ungefähr 2000 Jahren bewegte er sich also vom Sternbild Widder in das der Fische. Deswegen begann um das Jahr 0 das sogenannte Fische-Zeitalter, das der Menschheit Erlösung und Frieden bringen sollte mit der Geburt des Christus. Und da der Widderpunkt rund 2000 Jahre in einem Sternbild verweilt, folgerte man, dass um das Jahr 2000 n Chr. dann der Übergang von den Fischen in den Wassermann kommen müsste - und freute sich vielerorts auf das beginnende Wassermann-Zeitalter.


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Zu berücksichtigen wäre aus astronomischer Sicht, dass die Dauer der Wanderung des Frühlingspunktes durch ein Sternbild nicht 2000, sondern rund 2150 Jahre beträgt

 

Ein Zeitabschnitt von 2000 Jahren entspräche also einem Sternbild, das ungefähr 28° der Ekliptik umfasste. Das Sternbild Fische nimmt jedoch rund 37° der Ekliptik ein, während das Sternbild Widder nur etwa 24° besetzt. Dabei hat das sogenannte Fischezeitalter mit dem Eintritt des Frühlingspunktes in das astronomische Sternbild Fische zwar tatsächlich um die Zeitenwende begonnen, aber aufgrund der Größe der Fische würde das Wassermannzeitalter erst um das Jahr 2600 beginnen.

 

Nehmen wir hingegen eine Angleichung der Sternbildgrenzen vor, wie sie in der Vedischen Astrologie stattfindet, bei der jedes Sternbild ebenso wie ein Tierkreiszeichen mit genau 30° definiert wird, finden wir 0° im Sternbild Widder gegenüber von Spica, derzeit auf ca. 24° im Tierkreiszeichen Widder. In ungefähr 6 x 72 Jahren wird das angeglichene Sternbild Widder dann komplett im Tierkreiszeichen Stier angekommen sein und das Sternbild Fische komplett im Widder - in den sich nun erstmalig das Sternbild Wassermann schiebt. Demnach dürfte das Wassermann-Zeitalter um das Jahr 2442 beginnen, aber auch das Fischezeitalter könnte dann nicht mit Christi Geburt, sondern erst um das Jahr 282 angefangen haben.

 

Allerdings stellt sich hier die Frage, ob es jemals ein Fische-Zeitalter gegeben hat. Oder ob es sich hier nicht einfach um einen riesigen astroloischen Irrtum handelt, aus dem aber immerhin das Christentum entstanden ist

 

Themen der Tierkreiszeichen mit denen der Sternbilder verwechselt worden. Denn es gab definitiv kein Fische-Zeitalter. Folglich wird es auch mit dem Wassermann-Zeitalter schwierig.

 

Die Sternbilder hinter dem Widderpunkt taugen also nicht als Anzeiger von Zeitaltern - zumal die Sternbilder im Tierkreis ja nach themen aus dem Jahresrhytmus benannt worden sind. Und natürlich kommen die Jahreszeiten nicht von den Sternen - können also folglich auch nicht mit ihnen mitwandern. Und so sind Widder keine Fische geworden.

 

Die echten Zeitalter

 

Viel eher passt als Anzeiger für neue Zeitalter, also für einen größeren Zyklus, angebunden an die Präzession ein ganz anderer Punkt, der auch in der Astrologie der indigenen Völker eine herausragende rolle spielt (bei den Maya sogar den wichtigsten Punkt am Himmel anzeigte, weswegenihr Schriftzeichen für Himmel stets die Kreuzung diese beiden Bahnen zeigt) : Der schnittpunkt der ebene, auf der sich Erde und Planeten bewegen mit dem der nächst höheren ebene, auf der sich die Sonne mit vielen weiteren Sternen um das Zentrum der Milchstraße bewegt. Stellen wir uns diese beiden ebenen wie zwei ringe vor, so schneiden sich diese an zwei genau gegenüber liegenden Punkten. Galaktischer Konoten. Wandert mit der Präzession in 72 Jahren einen Grad.

 

Und hier gibt es nun tatsächlich eine besondere Konstellation, die auch bereits von den Maya gefürchtet wurde. Denn die Sonne steht derzeit zur Wintersonnenwende von der Erde aus betrachtet ungefähr dort, wo die Ekliptik einerseits und das Band der Milchstraße andererseits sich überschneiden.

 

Dabei zeigt die in knapp 26000 Jahren einmal im Kreis taumelnde Erdachse derzeit mit ihrem Südpol in Richtung dieses Schnittpunktes, ähnlich einem Taktstock. In der Nähe des besagten Schnittpunktes befindet sich von der Erde aus betrachtet außerdem immer das Zentrum der Milchstraße, in dem ein schwarzes Loch enthalten ist.

 

Bild Sternbild Skorpion mit Schnittpunkten

 

Da es sich bei der Wintersonnenwende um einen wichtigen Punkt auf der Ekliptik handelt, während die Ebene der Milchstraße die nächst höhere Umlaufbahn, nämlich die der Sonne um das Zentrum der Milchstraße anzeigt – ist das Zusammentreffen der beiden astronomischen Ebenen auf einem jahreszeitlichen Wendepunkt tatsächlich ein besonderes Ereignis. Ob es eine große Zeitenwende anzeigen kann, bleibt zu prüfen, mag aber logisch sein, wenn wir gelernt haben, das Wirken von Synchronizität zu verstehen. Schließlich kommt es nur ein Mal in ungefähr 26000 Jahren vor, dass ein derartiges Zusammentreffen erreicht wird. Schauen wir spaßeshalber, was vor ungefähr 26000 Jahren mit der Menscheit los war, können wir immerhin feststellen, dass damals der Neandertaler ausstarb.

 

Die Bedeutung der Zeitenwende

 

Betrachten wir den optischen Knotenpunkt der beiden Umlaufbahnen (der Erde um die Sonne und der Sonne um das Galaktische Zentrum) als Anzeiger für Zeitalter, der durch den Tierkreis wandert, müssten wir uns in den vergangenen ca. 2150 Jahren übrigens in einem Schütze-Zeitalter befunden haben.

 

Das passt ziemlich gut, denn kaum ein Zeitalter zuvor ist einhergegangen mit so viel Wachstum, Vermehrung, Missionierungsdrang und der Durchsetzung von Ideologien mit Feuer und Eifer wie dieses, das sich außerdem durch Maßlosigkeit und optimistische Selbstüberschätzung ausgezeichnet hat, wobei sich der Mensch beinahe gottgleich und verschwenderisch die Erde untertan gemacht hat. Positiv an dieser Phase war natürlich der Aspekt des geistigen Wachstums, der allgemeinen Bildung, der großen Reisen und der neuen Völkerverständigung mit entstehender Globalisierung. Diese Phase hat derzeit ihren Höhepunkt erreicht.

 

Nun befindet sich der wichtige Knotenpunkt jedoch im Bereich der Wintersonnenwende, auf dem Übergang in das Zeichen Steinbock, was zunächst zu einer Krise führen kann, dann aber auch zur Konzentration auf das Wichtige, der Verantwortung füreinander, der Landung auf dem Boden der Tatsachen, der Beschränkung, des bewussten Umgangs mit den Erdressourcen, der Qualität anstelle der Quantität. Es dürfte ein Zeitalter der Sparsamkeit und der Vereinfachung, der Ehrlichkeit und Wahrheit bevorstehen. Dabei ist die Wintersonnenwende einerseits der dunkelste Tag im Jahr, andererseits aber auch der Tag, an dem die Sonne „wiederkehrt“, weswegen er in vielen Kulturen dieser Welt eine große Bedeutung hat. Die Wintersonnenwende an einem astronomisch bedeutsamen Punkt kann daher für den Beginn eines neuen Weltenjahres stehen. Dabei muss der moderne Mensch natürlich nicht gleich aussterben wie der Neandertaler, aber es könnte sich eine andere Art des Menschseins durchsetzen, vielleicht eine, für die „globale Verantwortung“ eine selbstverständliche Lebensgrundlage ist. Zumindest aber dürfte der ehrliche, sich auf das Wesentliche beschränkende Steinbock für ca. 2150 Jahre bestimmend sein, denn so lange befindet sich der Schnittpunkt der beiden Umlaufbahnen in diesem Zeichen.

 

Steinbock-Zeitalter

 

Greta

 

Zu berücksichtigen ist außerdem, dass mit dem Eintritt des Galaktischen Knotenpunktes in den Steinbock der gegenüberliegende Knoten in den Krebs gewandert ist. Wir müssten also von ca. 150 v. Chr. bis vor kurzem zusätzlich zum Schütze- auch in einem Zwillinge-Zeitalter gewesen sein. In der Tat ist dieses Zeitalter geprägt gewesen von einer Zwillinge/Schütze-Spannung: einem Widerstreit von Wissenschaft und Religion, der bis zum heutigen Tag andauert. Die Zwillinge-Seite dieses Zeitalters hat dabei weltweiten Handel, viele Entdeckungen, Erfindungen und neue Kenntnisse mit sich gebracht, von weiterentwickelten Kommunikationstechniken wie Papierherstellung und -druck bishin zum Web. Der Zwillinge-Seite dieses Zeitalters haben wir außerdem die Alphabetisierung, aber auch die Instrumentalisierung und Verwertung der Welt sowie die Ausbreitung des Geldes zu verdanken.

 

In der momentanen, großen Wendezeit auf 0° Krebs / 0° Steinbock werden wir also dazu aufgefordert, innezuhalten, zur Besinnung zu finden, das wirklich Wichtige zu erkennen und vielleicht auch wieder etwas langsamer zu werden, mehr auf die Seele als auf das Geschäft zu achten, die wahren Werte zu erkennen und Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen. Wir dürften uns also in einer großen, lang andauernden Reformation befinden, durchaus wörtlich genommen als Zurückbesinnung auf die natürliche Form und die wirklichen Gesetze unseres Planeten.

 

Bild Tiny House im Wald

 

Literaturhinweis: Kritik der astrologischen Vernunft, Dieter Koch, Verlag der Häretischen Blätter