Astrologische Mythen im Praxistest


Auch in der astrologischen Deutung werden Klischees appliziert

Wie gut sind unsere Deutungsschablonen?

 

Seit mittlerweile 40 Jahren schaue ich mir täglich unterschiedliche Horoskope an. Aufgrund meiner Gesamtkonstellation bin ich dabei immer gerne forschend und prüfend unterwegs. Umso mehr erstaunt es mich, dass sich manche Klischees in der Deutung hartnäckig halten, obwohl sie den Praxistest nicht bestehen.

 

Nehmen wir zum Beispiel Venus. Sie wird seit der Antike in Europa gerne als Planet der Liebe bezeichnet. Aber stimmt das wirklich? Und warum wird sie in der traditionellen chinesischen Astrologie sowie bei den Mayas als Planet des Krieges eingeordnet? Die Antwort ist: Venus steht für alle Themen des Miteinanders. Für Partnerschaft und Ehe ebenso wie für den Flirt, aber auch für unsere Position in der Gesellschaft, unsere Gemeinschaft oder für strategische Entscheidungen. Und tatsächlich steht Venus oft stark in Horoskopen von Menschen, die Kriege anzetteln. Krieg und Frieden, in gewissem Sinne auch die Göttin Athene, können ihr somit zugeordnet werden. In der rhythmischen Auslösung bringt Venus hingegen immer eine Art von Umgruppierung. Begegnungen, Verträge, aber auch Trennungen oder neue gesellschaftliche Positionen sind hier angezeigt, Liebe hingegen nur manchmal, mit der richtigen Begegnung.

 

Auch bei der Deutung der Aspekte sitzt hartnäckig fest, dass Trigone gut und harmonisch sein sollen, Quadrate hingegen disharmonisch und irgendwie böse. Auch hier zeigt die Praxis, dass das so nicht stimmt. Denn an erster Stelle kommt es auf die jeweiligen Planeten an. Passen sie gut zusammen, so fordern sie Gutes, ja potenzieren es mitunter, sozusagen zum Quadrat. Haben wir hingegen herausfordernde Planeten im Trigon miteinander, vielleicht im Element Feuer, so können sie Brand oder übertrieben unüberlegtes Handeln fördern.

 

Neptun wird ebenfalls oft falsch eingeschätzt. Schnell werden ihm Täuschungen, Illusionen, Betrug und Selbstbetrug unterstellt, hinzu kommen in der Deutungsschablone dann noch Chaos, Verlust, Alkoholprobleme und Auflösung. Das ist jedoch nur die sehr unerlöste Variante von Neptun. In der Praxis zeigt Neptun hingegen besonders häufig, dass es einfach darum geht, sich etwas Muße zu gönnen. Hinzufühlen, was wirklich sein soll, und dann mit Gespür für das Richtige die Dinge wie von selbst erledigen im wirklich passenden Moment, quasi in vertrauender Übereinstimmung mit dem Kosmos. Klingt vielleicht etwas paradiesisch, funktioniert aber ganz real bei starken Neptun-Konstellationen sehr gut. Neptun vernebelt also nur selten, sondern hilft uns gut dabei, das Wirkliche zu finden, ohne es forcieren zu müssen.

Es gibt aber noch weitere astrologische Klischees, die sich hartnäckig halten, obwohl es in der Praxis anders aussieht. Die Mondknoten zum Beispiel: Hier wird gerne behauptet, wir würden unser altes Karma am südlichen Mondknoten finden, während unsere Lernthemen, mit denen wir uns weiter entwickeln, dann am nördlichen Knoten erkennbar sind. Aber auch dies zeigt sich in der Praxis oft anders.

 

Es ist daher wichtig, einfach mal nüchtern zu reflektieren, was die Konstellationen wirklich bedeuten. Erst recht, wenn wir andere astrologisch beraten möchten.


THEMEN

  • Venus: Liebe oder soziale Themen, bis hin zum Krieg
  • Neptun: Täuschung oder Erlösung
  • Gute Trigone und böse Quadrate - oder umgekehrt
  • Verloren oder erfolgreich im 12. Feld
  • Transite für die große Liebe
  • Wassermann: Exotischer Einzelgänger oder Gruppenmensch
  • Das neue Zeitalter: Nicht Wassermann
  • Guter Jupiter, schlechter Saturn
  • Entwicklung oder Abstieg an den Mondknoten
  • Alte Zöpfe in der Stundenastrologie
  • Klischees in der Rolle als Astrologin oder Astrologe

INFO

 

Beginn: Samstag, 13.07.2024, 14:00 Uhr

Zeit: Samstag 14-19.00 Uhr, Sonntag, 10:00-17:00 Uhr

Kosten: 190 Euro

Ort: Hybridseminar, Online und Präsenz

Astrologie- und Tarotschule München