ASTRONEWS


Unwahrheiten von Harald Lesch


Justitia
Justitia, Göttin der Gerechtigkeit, die traditionell dem Sternbild Jungfrau im Tierkreiszeichen Waage zugeordnet wird

Meist zu Beginn des Jahres, immer wenn das Interesse an Astrologie allgemein recht hoch ist, fühlen sich Wissenschaftspopulisten berufen, gegen die Astrologie zu wettern, indem sie Vorurteile verbreiten. Das ist beschämend für die Wissenschaft.

 

Richtig peinlich ist hier ein Beitrag von Harald Lesch bei Terra X. In neun von zehn Minuten erklärt der beliebte Professor: Sternbilder sind dreidimensional und bestehen aus unterschiedlichen Sternen. Die Namen der Sternbilder hingegen entstammen der menschlichen Phantasie.

 

Was Herr Lesch hier erzählt, weiß hoffentlich jedes Kind. Was Kind und Professor aber offenbar nicht wissen:

In der europäischen Astrologie werden seit über 2000 Jahren bewusst nicht die Sternbilder verwendet, sondern die Tierkreiszeichen. Und die richten sich ganz ohne Sterne an wichtigen Stationen im JAHRESKREIS aus.

Herr Lesch hingegen glaubt, Astrologen würden aus Ignoranz irgendwelche falschen Sternzeichen verwenden - und verwechselt in seiner Sendung immer wieder Tierkreiszeichen mit Sternbildern, was er dann den Astrologen unterstellt. Somit beweist er Folgendes:

  • Entweder hat er nicht die geringste Ahnung vom Thema, über das er da referiert
  • oder er verbreitet absichtlich Falschmeldungen.

Doch egal welche dieser Möglichkeiten es auch sein mag, beide sind eines Wissenschaftlers unwürdig. Eine Ente ist dann noch, dass Lesch das seit der Antike bekannte Sternbild Schlangenträger als "neu hinzugekommenes Sternzeichen" definiert.

Regelrecht arrogant wirkt es hingegen, wie er zum Schluss alle Astrologen belehren will, die lang und breit von ihm als unsinnig erklärten Sternbilder als die richtigen "Sternzeichen" zu verwenden.

 

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Harald Lesch über die Astrologie herzieht, ein Thema, mit dem er sich offensichtlich nie befasst hat. Wie es aussieht, hat er hier große Berührungsängste. Was ihn jedoch nicht daran hindert, zu behaupten, er wisse die Wahrheit über Astrologie.

Dabei unterstellt er allen Astrologen, sie gingen davon aus, dass Sterne unser Schicksal quasi willentlich beeinflussen würden, per Strahlung oder per Gravitation. Hier macht er dann gerne herablassende Späße. Und beweist einmal mehr, dass Astronomen von Astrologie keine Ahnung haben. Im Gegensatz dazu haben Astrologen in der Regel aber gute astronomische Kenntnisse.

 

Die Wahrheit der Astrologie, über die tatsächlich aufgeklärt werden muss, sieht folgendermaßen aus:

  • Die Astrologie ist eine Kulturwissenschaft.
  • Die Beziehung von Sonne, Mond, Planeten und Sternen zu dem, was auf der Erde geschieht, ist in der Astrologie begründet durch zeitliche Rhythmen, Resonanz und Synchronizität, durch die Gleichzeitigkeit von Thema und Konstellation.
  • Die Astrologie denkt in Sinnzusammenhängen. Die Naturwissenschaft denkt konkretistisch.

Ähnlich wie Konkretisten keine Sinnbilder verstehen können, sind Naturwissenschaftler oft nicht in der Lage, Astrologie zu verstehen. Stattdessen klammern sie sich an ein materialistisches Weltbild - auch aus Angst, sonst nicht zur Norm zu gehören. Sie wollen die Welt rein materiell erklären, obwohl jedes Naturgesetz bereits geistig ist. Es ist, als würden sie erwarten, dass man tatsächlich eine Brücke bauen müsse, wenn man im Gespräch "eine Brücke bauen will".

 

Anders als die Brücke im Gespräch lässt sich astrologisch Symbolhaftes aber konkret an den Konstellationen erkennen und sogar statistisch erfassen. Die Signifikanzen liegen dabei im einstelligen Prozentbereich. Das ist nicht viel und doch viel. Auch der Unterschied zwischen einem Apfelsaft und einem Orangensaft ist entsprechend gering. Und dennoch macht er das Wesentliche aus.

 

In der Astrologie geht es also darum, das Wesentliche, das Thema "herauszuschmecken". Das Steinbock-Prinzip zu erkennen, wenn große Gesetze und Regeln herausragend häufig von Steinböcken benannt und eingeführt wurden. Oder die problematischen Seiten männlicher Löwen zu sehen, wenn Wissenschaftspopulisten wie Harald Lesch und auch Florian Freistetter, beide übrigens am 28.7. geboren, lieber sich selbst in aller Öffentlichkeit beim Reden zuhören als ordentlich zu recherchieren.